Ekzem ist nicht gleich Ekzem — unter diesem Begriff verbergen sich mehrere unterschiedliche Erkrankungen. Dyshidrotisches und atopisches Ekzem werden häufig verwechselt, obwohl sie sich in Aussehen, Lokalisation und typischem Erkrankungsalter unterscheiden. Dieser Artikel erklärt verständlich, worin sie sich unterscheiden, wo sie sich überschneiden und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.
Atopisches und dyshidrotisches Ekzem sind zwei verschiedene Ekzemtypen. Das atopische Ekzem ist ein chronischer, stark juckender Zustand, der mit Atopie (Asthma, Heuschnupfen) verbunden ist, meist in der Kindheit beginnt und die Ellenbeugen und Kniekehlen, das Gesicht sowie weitere Körperflächen betrifft. Das dyshidrotische Ekzem (Pompholyx) zeigt sich durch kleine, tief sitzende Bläschen an Handflächen, Fingerseiten und Fußsohlen, typischerweise bei Erwachsenen unter 40 Jahren. Keines von beiden ist ansteckend, und beide hängen mit einer gestörten Hautbarriere zusammen. Bei etwa der Hälfte der Menschen mit dyshidrotischem Ekzem besteht zusätzlich ein atopisches Ekzem oder eine familiäre Atopie-Vorgeschichte.
Was ist der Hauptunterschied?
Der Hauptunterschied liegt in Lokalisation, Aussehen und typischem Erkrankungsalter. Das atopische Ekzem ist ein chronischer, wiederkehrender juckender Zustand, der vor allem in den Beugen (Ellenbogen, Knie), im Gesicht und am Hals auftritt und mit Atopie — der Neigung zu Asthma und Heuschnupfen — verbunden ist [4][5]. Das dyshidrotische Ekzem ist dagegen ein spezifischer Ausbruch kleiner Bläschen, der auf Handflächen, Fingerseiten und Fußsohlen begrenzt ist [1][3]. Beide zählen zu den Ekzemen (Dermatitiden), keines ist ansteckend und beide hängen mit einer gestörten Hautbarriere zusammen — sie unterscheiden sich jedoch in Erscheinungsbild und typischen Betroffenen.
Was ist ein atopisches Ekzem
Das atopische Ekzem (Neurodermitis, atopische Dermatitis) ist eine chronische, stark juckende entzündliche Hauterkrankung mit gestörter Hautbarriere [4][5]. Es beginnt meist bereits in der Kindheit — am häufigsten im ersten Lebensjahr und selten nach dem fünften Lebensjahr [5]. Es ist Teil der sogenannten Atopie — einer erblichen Neigung zu allergischen Reaktionen, die in der Familie häufig mit Asthma und Heuschnupfen einhergeht [4][5]. Es zeigt sich durch trockene, gerötete, schuppige und juckende Herde; typischerweise in den Ellenbeugen und Kniekehlen, bei Säuglingen auch im Gesicht, bei älteren Kindern und Erwachsenen zudem an den Händen, am Hals und um die Augen [4][5]. Der Verlauf ist chronisch und wechselt zwischen Verschlechterungen (Schüben) und ruhigeren Phasen.
Was ist ein dyshidrotisches Ekzem
Das dyshidrotische Ekzem (Pompholyx) ist ein juckender, chronisch wiederkehrender Ausbruch kleiner, tief sitzender Bläschen von 1–2 mm Größe an Handflächen, Fingerseiten und Fußsohlen [1]. Die Bläschen bestehen meist mehrere Wochen und schuppen sich anschließend ab [1]. Es tritt typischerweise bei Erwachsenen, meist unter 40 Jahren, auf und ist bei Frauen häufiger [2]. Die genaue Ursache ist nicht bekannt; zu den Auslösern zählen Stress, übermäßiges Schwitzen, Kontakt mit Nickel und Reizstoffen [1][3].
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
Lokalisation: Das atopische Ekzem betrifft vor allem die Beugen, das Gesicht und Körperflächen; das dyshidrotische ist auf Handflächen, Fingerseiten und Fußsohlen begrenzt [1][5].
Aussehen: Das atopische Ekzem bildet trockene, gerötete und schuppige Herde; das dyshidrotische kleine Bläschen mit Flüssigkeit [1][5].
Typisches Alter: Das atopische beginnt meist in der Kindheit; das dyshidrotische eher bei Erwachsenen unter 40 [2][5].
Bezug zur Atopie: Beim atopischen Ekzem ist die Atopie (Asthma, Heuschnupfen) ein definierendes Merkmal; beim dyshidrotischen tritt Atopie nur bei einem Teil der Betroffenen auf [2][4].
Wo sich beide Erkrankungen überschneiden
Obwohl es sich um unterschiedliche Erkrankungen handelt, können sie zusammenhängen. Laut National Eczema Society hat etwa die Hälfte der Menschen mit dyshidrotischem Ekzem gleichzeitig ein atopisches Ekzem oder eine familiäre Atopie-Vorgeschichte [2]. DermNet weist zugleich darauf hin, dass die Belege für einen Zusammenhang des dyshidrotischen Ekzems mit Atopie uneinheitlich sind [1]. Beide Zustände verbindet außerdem eine gestörte Hautbarriere — bei beiden wurde ein Zusammenhang mit dem Eiweiß Filaggrin beschrieben, das für die Barrierefunktion entscheidend ist [3]. Bei einer Person können somit beide Typen gleichzeitig auftreten — das dyshidrotische an Händen oder Füßen und das atopische an anderen Körperstellen [2].
Verschiedene Ekzemtypen schließen sich nicht aus. Die genaue Diagnose — und welcher Typ (oder welche Kombination) vorliegt — stellt der Arzt anhand von Lokalisation, Aussehen sowie persönlicher und familiärer Vorgeschichte [4][5].
Wie man empfindliche Haut pflegt
Unabhängig vom Typ ist die Grundlage eine schonende tägliche Pflege und der Schutz der gestörten Hautbarriere: regelmäßiges Eincremen (Emollienzien), das Vermeiden von Reizstoffen und aggressiven Seifen sowie Handschutz [4][5]. Diagnose und Behandlung legt stets der Arzt je nach Schweregrad und Beschwerden fest. EPIDERMA® bietet kosmetische Produkte für die tägliche Pflege empfindlicher Haut — schonend, feuchtigkeitsspendend und dermatologisch getestet. Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung, ergänzen aber die tägliche Pflege.
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Häufig gestellte Fragen
Nein. Es sind zwei verschiedene Ekzemtypen. Sie unterscheiden sich in Lokalisation, Aussehen und typischem Erkrankungsalter, auch wenn beide zu den entzündlichen Hauterkrankungen mit gestörter Hautbarriere gehören [1][4][5].
Ja. Bei einem Teil der Menschen treten sie gleichzeitig auf — etwa die Hälfte der Menschen mit dyshidrotischem Ekzem hat auch ein atopisches Ekzem oder eine familiäre Atopie-Vorgeschichte [2].
Nein. Weder das atopische noch das dyshidrotische Ekzem ist ansteckend — sie werden nicht durch Berührung oder engen Kontakt übertragen [1][5].
Ein Anhaltspunkt sind Lokalisation und Aussehen — das dyshidrotische bildet Bläschen an Handflächen und Fußsohlen, das atopische trockene Herde in den Beugen und im Gesicht. Die sichere Diagnose stellt jedoch der Arzt anhand von Beschwerden und Vorgeschichte [4][5].
Quellen
[1] DermNet (Jain MA, Jarrett P; rev. Coulson I). Dyshidrotic eczema (Pompholyx, Vesicular Hand Eczema). dermnetnz.org/topics/dyshidrotic-eczema
[2] National Eczema Society. Pompholyx (dyshidrotic) eczema. eczema.org
[3] Medscape / eMedicine. Dyshidrotic Eczema (Pompholyx): Background, Etiology. emedicine.medscape.com/article/1122527-overview
[4] DermNet. Atopic dermatitis. dermnetnz.org/topics/atopic-dermatitis
[5] NHS. Atopic eczema. nhs.uk/conditions/atopic-eczema
MUDr. Jiří Skalický
Gründer von EPIDERMA®
Dieser Artikel dient Bildungszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Lassen Sie einen unklaren oder anhaltenden Ausschlag von einem Dermatologen abklären.
