Wasserbläschen und Pusteln an Händen und Füßen: Ein umfassender Ratgeber zum dyshidrotischen Ekzem

Wasserbläschen und Pusteln an Händen und Füßen: Ein umfassender Ratgeber zum dyshidrotischen Ekzem

Leiden Sie unter kleinen, wassergefüllten Bläschen an Fingern, Handflächen oder Fußsohlen? Es könnte sich um ein dyshidrotisches Ekzem (Pompholyx) handeln – eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die Frauen doppelt so häufig betrifft wie Männer und zu den häufigsten dermatologischen Konsultationen zählt. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige: von den Ursachen über die Symptome bis hin zur wirksamen Pflege.

 

 

Was ist ein dyshidrotisches Ekzem?

Das dyshidrotische Ekzem (fachsprachlich Pompholyx, auch Dyshidrose genannt) ist eine chronische, rezidivierende Form des vesikulären Ekzems, die sich auf Finger, Handflächen und Fußsohlen beschränkt. Es äußert sich durch tief sitzende, kleine Bläschen, die mit klarer Flüssigkeit gefüllt sind, stark jucken und schmerzhaft sein können (Lofgren & Warshaw, 2015).

Der Name „Dyshidrose" ist historisch irreführend – obwohl er mit übermäßigem Schwitzen in Verbindung gebracht wird, bestätigt die histologische Untersuchung, dass die Schweißdrüsen nicht direkt betroffen sind. Es handelt sich um eine ekzematöse Reaktion in der Haut, nicht um eine Störung des Schwitzens als solches (Wollina, 2010).

Die Erkrankung neigt dazu, in Zyklen wiederzukehren – typischerweise verschlechtert sie sich im Frühjahr und Sommer, wenn das Schwitzen zunimmt und der Kontakt mit Allergenen intensiver wird.

 

Symptome der dyshidrotischen Dermatitis

Dyshidrotisches Ekzem an den Fingern – Wasserbläschen

Das dyshidrotische Ekzem hat einen typischen Verlauf, der sich von anderen Ekzemformen unterscheidet:

PHASE 1 Anfangsphase

An den Seiten der Finger, Handflächen und Fußsohlen erscheinen kleine, „sagokornähnliche" Bläschen (1–2 mm), die mit klarer Flüssigkeit gefüllt sind. Diese Bläschen sitzen tief unter der dicken Haut und jucken oder brennen intensiv.

PHASE 2 Fortgeschrittene Phase

Die Bläschen können zusammenfließen und größere Blasen (Bullae) bilden. Die umgebende Haut rötet sich und schwillt an. Starker Juckreiz verleitet zum Kratzen, was das Risiko einer sekundären bakteriellen Infektion erhöht.

PHASE 3 Chronische Phase

Die Bläschen trocknen allmählich ein, die Haut reißt, schuppt sich und es entstehen schmerzhafte Fissuren (Risse). Bei langfristigem Verlauf können auch die Nägel betroffen sein – ihre Farbe, Oberfläche und Dicke verändern sich, es treten Grübchen und Flecken auf.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Wenn die Bläschen trübe (eitrige) Flüssigkeit enthalten, die Umgebung deutlich gerötet ist und anschwillt oder Fieber auftritt – diese Symptome können auf eine bakterielle Superinfektion hinweisen und erfordern ärztliche Behandlung.

 

Was verursacht das dyshidrotische Ekzem?

Die genaue Ursache des dyshidrotischen Ekzems ist bisher nicht vollständig geklärt, obwohl es zahlreiche Theorien gibt. Die Fachliteratur ordnet es in das Spektrum der Ekzeme ein und weist darauf hin, dass an seiner Entstehung eine Kombination aus genetischen, immunologischen und umweltbedingten Faktoren beteiligt ist (Abreu-Velez et al., 2009).

Die am häufigsten genannten Ursachen und Mechanismen umfassen:

Kontaktallergie gegen Metalle: Einer der am besten belegten Auslöser ist die Allergie gegen Nickel, Kobalt und Chrom. Eine Kontaktallergie wurde bei etwa 30 % der Patienten mit dyshidrotischem Ekzem nachgewiesen. Interessanterweise kann nicht nur der Hautkontakt mit diesen Metallen, sondern auch deren Aufnahme über die Nahrung einen Schub auslösen (Yoshihisa & Shimizu, 2012).

Immundysregulation: Immunhistochemische Studien haben in der betroffenen Haut T-Lymphozyten (CD3, CD8), IgE-Antikörper und Komplementkomponenten nachgewiesen, was auf einen komplexen immunologischen Prozess hinweist, der sowohl zelluläre als auch antikörpervermittelte Reaktionen umfasst (Abreu-Velez et al., 2009).

Störung des Wasserhaushalts der Haut: Neuere Forschungen weisen auf die Rolle von Aquaporinen (AQP3 und AQP10) hin – Proteinkanäle in der Haut, die für den Wassertransport verantwortlich sind. Ihre übermäßige Expression in der Epidermis kann zur Austrocknung der Haut und zur Chronifizierung der Erkrankung beitragen (Soler et al., 2015).

Weitere Auslöser: emotionaler Stress, übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose), Kontakt mit reizenden Substanzen (Reinigungsmittel, Lösungsmittel, Seifen), Klimaveränderungen, UV-Strahlung, Dermatophyten-Infektionen und bestimmte Nahrungsmittel.

 

Risikofaktoren und Auslöser

Auf der Grundlage veröffentlichter klinischer Daten lassen sich die wichtigsten Risikofaktoren identifizieren:

ATOPISCHE PRÄDISPOSITION

Bis zu 50 % der Patienten haben eine persönliche oder familiäre Atopie-Anamnese (Ekzem, Asthma, Heuschnupfen). Der IgE-Spiegel ist oft auch bei Patienten ohne bekannte atopische Diathese erhöht (Medscape, 2024).

 

WEIBLICHES GESCHLECHT

Frauen haben ein etwa 4-fach höheres Risiko einer Kontaktallergie gegen Nickel im Vergleich zu Männern, was die höhere Prävalenz beim weiblichen Geschlecht erklärt (Ahlström et al., 2019).

BERUFLICHE EXPOSITION

Ein erhöhtes Risiko besteht bei Friseurinnen, Maurern, Gesundheitspersonal, Mechanikern und Reinigungskräften – also Berufen mit häufigem Kontakt zu Reizstoffen oder Metallen.

 

STRESS UND SAISONALER EINFLUSS

Psychischer Stress ist ein dokumentierter verschlimmernder Faktor. Schübe treten am häufigsten im Frühling und Sommer auf, wenn Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Schweißintensität zunehmen.

 

Wie wird das dyshidrotische Ekzem diagnostiziert?

Die Diagnose des dyshidrotischen Ekzems ist primär klinisch – ein erfahrener Dermatologe stellt sie anhand des typischen Erscheinungsbildes und der Lokalisation der Bläschen. In unklaren oder therapieresistenten Fällen werden durchgeführt:

Hautbiopsie: Histologisch finden sich typischerweise Spongiose (interzelluläres Ödem), intraepidermale Vesikelbildung, Hyperkeratose und ein perivaskuläres lymphozytäres Infiltrat (PMC, 2023).

Epikutantests (Patch-Tests): Sie dienen dem Nachweis einer Kontaktallergie gegen Metalle (Nickel, Kobalt, Chrom) oder andere Allergene. Bei einigen Patienten ist auch ein oraler Metallprovokationstest sinnvoll.

Mykologische Untersuchung: Zum Ausschluss einer Dermatophyteninfektion, die ein dyshidrotisches Ekzem imitieren kann.

 

Behandlung des dyshidrotischen Ekzems

Die Behandlung des dyshidrotischen Ekzems ist oft schwierig und erfordert Geduld. Die meisten Patienten benötigen eine Kombination mehrerer Ansätze (Wollina, 2010):

1 Grundlegende Maßnahmen: Identifizierung und Elimination von Auslösern (Allergene, Reizstoffe). Achten Sie darauf, was Sie berühren, womit Sie sich waschen, womit Sie Wäsche waschen und welche Materialien Sie tragen.

2 Lokale Behandlung: Grundlage sind starke topische Kortikosteroide in akuten Phasen. Eine Alternative sind Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus). Umschläge mit Aluminiumacetat helfen bei nässenden Bläschen – sie „trocknen" die Bläschen aus und verhindern Sekundärinfektionen.

3 Phototherapie: PUVA (Psoralen + UVA) und Schmalband-UVB-Phototherapie haben sich bei chronischen Formen als wirksam erwiesen.

4 Systemische Behandlung: Bei schweren, therapieresistenten Fällen kommen Immunsuppressiva (Ciclosporin, Methotrexat, Mycophenolatmofetil), Alitretinoin oder neuere Biologika (Dupilumab, Tralokinumab) in Betracht.

5 Dermokosmetik: Ein unverzichtbarer Bestandteil der Pflege ist eine geeignete Dermokosmetik, die die Hydratation aufrechterhält, die Hautbarriere wiederherstellt und entzündliche Prozesse beruhigt. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

Wichtiger Hinweis: Auch bei richtig gewählter Behandlung kann es zu Beginn zu einer kurzfristigen Verschlechterung kommen, bis sich der pH-Wert der Haut normalisiert und ihre natürlichen biochemischen Prozesse wiederhergestellt sind. Dies ist normal und sollte nicht zu einem vorzeitigen Abbruch der Pflege führen.

 

Richtige Hautpflege bei dyshidrotischer Dermatitis

Der Schlüssel zur langfristigen Kontrolle des dyshidrotischen Ekzems ist eine konsequente und regelmäßige Hautpflege mit geeigneter Dermokosmetik, die folgende Anforderungen erfüllt: Sie ist speziell für zu Ekzemen neigende Haut entwickelt, enthält entzündungshemmende Wirkstoffe, gewährleistet intensive Hydratation und stellt die gestörte Hautbarriere wieder her und enthält keine reizenden Duftstoffe und allergenen Konservierungsmittel.

Diesen Kriterien entspricht die Dermokosmetik von EPIDERMA®, die die patentierte entzündungshemmende Komposition Betuldiol® enthält.

EPIDERMA® bietet spezielle, umfassende Programme, die speziell für ekzematöse Haut entwickelt wurden. Diese Programme helfen, Entzündungsherde zu beruhigen, weiteren Ausbrüchen vorzubeugen, Juckreiz zu lindern, die Haut geschmeidig und hydriert zu halten und die gestörte Hautbarriere zu regenerieren.

SO GEHEN SIE VOR

Die Basis bildet der Bioaktive Balsam bei Ekzem (300 ml), der auf die gesamten betroffenen Flächen aufgetragen wird. Auf die hartnäckigsten Stellen wird als zweite Schicht die Bioaktive Creme bei Ekzem (50 ml) aufgetragen.

Bei regelmäßiger Anwendung kommt es in der Regel nach 14–21 Tagen zum Rückgang der Beschwerden und nach weiteren 3 Wochen zu einer deutlichen Verbesserung.

Auch bei der Pflege mit EPIDERMA®-Produkten kann es zu Beginn zu einer vorübergehenden Verschlechterung kommen (in der Regel etwa eine Woche), die mit der Wiederherstellung der natürlichen Prozesse in der Haut verbunden ist. Diese Phase muss man durchstehen und die regelmäßige Pflege nicht vergessen. Sollte es zu einer Eiterbildung kommen, ist ein Hautarzt aufzusuchen.

Diese Dermokosmetik finden Sie in unserem Online-Shop und in jeder guten Apotheke.

 

Vorbeugung und praktische Tipps für den Alltag

Auch wenn das dyshidrotische Ekzem nicht vollständig geheilt werden kann, lässt sich durch richtige Vorbeugung die Häufigkeit und Schwere der Schübe deutlich reduzieren:

Identifizieren Sie Ihre Auslöser: Führen Sie ein Tagebuch darüber, was einem Schub vorausgeht – Kontakt mit bestimmten Materialien, Nahrungsmitteln oder Stresssituationen.

Vermeiden Sie reizende Substanzen: Tragen Sie bei der Arbeit mit Reinigungsmitteln, Lösungsmitteln oder Chemikalien Schutzhandschuhe (Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen).

Erwägen Sie eine nickelarme Diät: Wenn eine Nickelallergie nachgewiesen ist, kann die Einschränkung nickelhaltiger Lebensmittel helfen – Schokolade, Hülsenfrüchte, Nüsse, Schalentiere, Konserven.

Begrenzen Sie den Kontakt mit Wasser: Zu häufiges Händewaschen und längerer Kontakt mit Wasser stören die natürliche Schutzbarriere der Haut und können den Krankheitsverlauf verschlechtern.

Feuchtigkeitspflege nach jedem Händewaschen: Tragen Sie nach jedem Händewaschen einen geeigneten Emollient oder Balsam auf.

Stressbewältigung: Entspannungstechniken, Yoga, Meditation oder Biofeedback können helfen, die Schubhäufigkeit zu senken.

Tragen Sie atmungsaktive Materialien: Bevorzugen Sie Baumwollhandschuhe und -socken, vermeiden Sie synthetische Materialien.

 

Wissenschaftliche Quellen

1. Wollina U. Pompholyx: a review of clinical features, differential diagnosis, and management. Am J Clin Dermatol. 2010;11(5):305–14. PubMed
2. Abreu-Velez AM, Pinto FJ, Howard MS. Dyshidrotic eczema: relevance to the immune response in situ. North Am J Med Sci. 2009;1:117–120. PMC
3. Soler DC et al. The Key Role of Aquaporin 3 and Aquaporin 10 in the Pathogenesis of Pompholyx. Dermatol Ther (Heidelb). 2015;5(1):55–65. PMC
4. Yoshihisa Y, Shimizu T. Metal Allergy and Systemic Contact Dermatitis: An Overview. Dermatol Res Pract. 2012;2012:749561. PMC
5. Ahlström MG et al. Nickel allergy and allergic contact dermatitis: A clinical review. Contact Dermatitis. 2019;81(4):227–241. Wiley
6. Calle Sarmiento PM, Chango Azanza JJ. Dyshidrotic Eczema: A Common Cause of Palmar Dermatitis. Cureus. 2020;12(10):e10839. Medscape
7. Fowler JF Jr, Storrs FJ. Nickel Allergy and Dyshidrotic Eczema: Are They Related? Am J Contact Dermat. 2001;12(2):119–121. PubMed

 

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden suchen Sie bitte einen Dermatologen auf.

 

FACHLICH GEPRÜFT

MUDr. Jiří Skalický

Gründer von EPIDERMA® und Autor der patentierten Komposition Betuldiol®. Absolvent der Karlsuniversität in Prag (1978), Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen mit über 40 Jahren Berufserfahrung.